Kapitel dreizehn

Nach dem Gespräch mit Clarissa zeigte sie mir das Dorf. Wir liefen enge Wege zwischen den Zelten entlang und trafen auf viele Kinder und fröhliche Dayas und Menschen. Sie alle trugen Kleidung aus bunten, natürlichen Stoffe und die Frauen und Mädchen hatten Perlen in ihre Haare geflochten.
Jede Familie hatte anscheinend ein eigenes Zelt und konnte es nach eigenen Wünschen gestalten.
Es gab neben der Krankenstation noch eine Schule, Handwerker, eine Küche und eine feste Scheune aus Holz in der jede Menge Lebensmittel gelagert wurden.
Hauptlebensmittel waren aber Fische die täglich gefangen wurden.
Nach dem kleinen Rundgang durch das Dorf verabschiedete ich mich und ging zu Medina zurück.
„Wir freuen uns, dass ihr hier seit. Lebt euch gut ein", meinte Clarissa noch während ich mich schon umdrehte, „Capian zeigt euch dann euer Zelt. Ruht euch erst Mal aus."
Ich nickte und stapfte zu dem Krankenzelt zurück.
Medina wirkte jetzt ganz ruhig und zufrieden. Sie schlief zur Seite gedreht und drückte ein Kissen ganz fest an ihre Brust.
„Hi meine süße", flüsterte ich und küsste sie auf die Stirn. Sie glühte immer noch.
Sie lächelte im Schlaf und ich setzte mich zufrieden neben sie.

Da kamen Capian und Matthias in das Zelt und baten mich raus zu kommen. 
„Sie wurde von Kamit vergiftet", meinte Matthias sofort als wir ein Stückchen von den Zelten entfernt an der Küste standen. Es überraschte mich recht wenig, weshalb ich seufzte: „Habe schon so etwas vermutet. Aber nicht tötlich warscheinlich oder? Nur um sie eine Zeitlang zu schwächen. Sie möchten sie noch warm halten."
Capian nickte: „Diese verf*** Schweine haben ihr das Gift von der Schmerzbehandlung mit Betäubungsmittel gespritzt. Weißt du noch, wie wir in der Armee bei den Geiseln." 
Ich nickte nachdenklich. „Das Opfer fällt in einem schönen Traum wie aus Watte und nimmt nichts wahr. Das Mittel ist geschmacks- und geruchslos", zitierte ich aus einem Lehrbuch der Armee.
Matthias nickte: „Das Fieber wird die nächsten zwei Tage komplett abgeflacht sein aber ich weiß nicht wann sie aufwachen wird. Bestimmt war es in dem Kaffee an der Raststätte."
Ich zündete mir eine Zigarette an und zog gleich nervös daran. Gott tat das gut!
„Aber dachte dein Arsch von Bruder hat jetzt auch schon eine neue für Kamits Verbindungsplan?" Capian blickte mich neugierig an und ich blickte nachdenklich auf das Meer. Wärend sich Capian auch eine Kippe anzündete begriff ich, dass es doch nicht vorbei war. 
„Sie haben Angst, dass Maja nicht ausreicht", murmelte ich in Gedanken und meine Freunde nickten auch tief in Gedanken versunken.

„Scheiße stimmt es, dass sie ihren Ex umgebracht haben", platze es aus Capian heraus. Er war bekannt für vulgäre Sprache und unpassende Themenwechsel aber ich schätzte ihn als Freund sehr. Auch wenn es nicht so wirkte war er ein brillanter Kämpfer und würde alles für seine Freunde tun. 
„Ja Lucas hat es beendet", seufzte ich und zündete mir noch eine an, „Marcus kam bei einem Kampf zwischen mir und Lucas ungünstig...naja dazwischen. Lucas war total wütend und hat ihn getötet. Aber ich habe Lucas die Stirn geboten. Mir ist nichts passiert."
„Gott und Medina musste das alles mit ansehen. Hatte sie noch Gefühle für Marcus?", hakte er nach und ich musste mich richtig überwinden eine ehrliche Antwort zu geben. Es war zwar eine ganz natürliche Sache, aber trotzdem war ich immer eifersüchtig auf Marcus und Medinas Beziehung gewesen. Ihre Affäre...auch wenn ich natürlich damals eine Beziehung von uns beiden unmöglich fand. 
„Ja schon es gab vor mir wieder eine Affäre zwischen den beiden."
Matthias schüttelte erschüttert seinen Kopf. „Schrecklich was sie schon alles durchgemacht hat. Zum Glück hat sie dich als Mann."
Zurückhaltend lächelte ich über den letzten Satz. 
Dann dachte ich an das letze Gespräch zwischen mir und Marcus, in welchem er sich eine gute Zukunft für Medina gewünscht hatte. Er spürte auch die Gefahr die von Lucas ausging. 
„Sie trauert noch sehr", wandte ich mich an meine Freunde, „Sie ist seitdem nicht mehr die selbe Medina."

Meine Freunde zogen sich kurz darauf in ihr Zelt zurück. Ihre Einladung zum Abendessen lehnte ich ab. Ich wollte Zeit für mich haben. 
Während ich mich auf einen Felsen am Meer niederließ, spürte ich schon die ersten Regentropfen auf meinem erschöpften Körper und kurz darauf ging ein schwerer Regenschauer auf mich hernieder. Eng zog ich meine Beine an den Körper und kauerte mich mit dem Blick auf das Meer gerichtet zusammen.
Langsam kam ich zur Ruhe. Wir waren hier sicher. Medina konnte gesund werden und wieder zu Kräfte kommen. Von Lucas ging erst Mal keine Gefahr aus. Ich hatte das Gefühl alles wäre langsam gut.







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6 Jahre #Justme1