Kapitel zwölf
Clarissa war eine schlanke Daya mit Rastazöpfen und sie trug ein bodenlanges Batikkleid. Hinten auf ihren Rücken hatte sie einen kleinen Säugling gebunden.
„Du bist also Arvid? Der Mensch mit Dayakräften?", fragte sie und ich schüttelte ihr höflich die Hand.
„Ja der bin ich", gab ich höflich zurück, „Wir sind gerade hier angekommen. Entschuldigen sie die Umstände mit meiner Partnerin. Ihr geht es leider sehr schlecht."
„Ach das macht doch nichts, wir helfen sehr gerne und finden eure Geschichte so spannend! Dutzen sie mich ruhig", winkte sie ab und ich atmete innerlich erleichtert auf, „Kommen sie bitte einmal mit in mein Zelt. Ich erkläre dir Mal wie es hier läuft."
Ihr Zelt bestand zum größten Teil aus einer gemütlichen Sitzecke aus mehreren Sitzkissen und einem dicken Teppich. Babyspielzeug lag außerdem herum. Kein Schreibtisch, kein Bett,...
„Du siehst schon hier ist alles etwas lockerer aber das wirst du die nächsten Tage auch merken. Hier läuft einiges anders als bei Kamit." Clarissa lachte laut auf und wir setzten uns im Schneidersitz auf Yogakissen.
„Ja das habe ich schon gemerkt", stimmte ich ihr zu, „Hier ist es viel offener und ja mehr im Einklang mit der Natur."
„Genau und das ist uns wichtig! Hier schau dich einmal um in meinem Zelt. Wir haben als Familie einen großen Teppich als Wohnzimmer und als Schlafzimmer." Ich blickte mich im viereckigen Raum um und sah die zusammengerollten Matratzen und die Kisten mit Kleidung und Spielzeug.
„Mehr brauchen wir nicht", fuhr die Leiterin der Gemeinschaft fort, „Wir benötigen kein Dayatab, keinen Messenger oder sonst irgendwas und ein System in welchem Mitglieder in Stockwerke eingeteilt werden schon gar nicht. Was sich Gemeinschaft nennt sollte auch alle wie in einer Gemeinschaft behandeln!"
„Hast du schon einmal dort gelebt?", hakte ich nach und sie schüttelte den Kopf.
„Nein aber wir haben hier viele Aussteiger aus Gemeinschaften. So wie Capian eben. Komm jetzt erzähl Mal. Warum seit ihr hier? Bisschen was wissen wir hier schon aber jetzt genauer: Warum seit ihr hier?"
Ich erzählte ihr alles. Wie ich Medina kennengelernt hatte, wie wir uns näher gekommen sind bei der Party, wie ich versucht hatte, dass sie Lucas doch nimmt...
„Du wolltest also, dass sie doch die Verbindung zu Lucas eingeht obwohl du sie liebst?", hakte sie nach und ich nickte.
„Ja es war meine Aufgabe. Ich musste die Verbindung sicher stellen. Er ist eine Daya und sie seine Auserwählte."
Bitteschön am Schluss noch ein kleiner Blick in mein "Harry Potter"-Notitzbuch an der Ostsee ☺️
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