Kapitel achtzehn

„Hallo mein Sohn, hallo Medina", begrüßte uns Lucy aber blieb auf ihrer weißen Couch sitzen. Sie lächelte freundlich aber ihre Augen strahlten mir gegenüber nicht mehr die Liebe aus wie noch an Weihnachten. 
Wir schüttelten ihr die Hand und setzten uns rechts von ihr auf ein weißes Sofa. Sofort wurde uns von einer Frau in einem "Hausmädchenkleid" Tee angeboten und ich fühlte mich, als wäre ich in der Zeit zurück gereist. Als ich zu Arvid blickte merkte ich, dass er dies alles gewöhnt war. Er war so aufgewachsen. 
Natürlich fragte uns Lucy gleich über unser aktuelles Leben aus: „Wie gefällt es euch bei Clarissa? Ist das eher eure Welt als unsere Gemeinschaft?"
Wir nickten beide und Arvid sagte: „Ja wir fühlen uns sehr wohl und ich habe Capian dort wieder getroffen."
Lucy wirkte sehr überrascht über das plötzliche Auftauchen von Arvids alten Freund und erkundigte sich gleich über dessen Befinden.

Ich blickte mich in der Zeit in dem alten Salon um. Die Wände waren mit dunklem Holz vertäfelt, was sehr einengend auf mich wirkte. Die Decke jedoch war sehr hoch und mit bunten Blumen bemalt, was alles sehr auflockerte. Es hatte etwas sehr klassisch bayrisches irgendwie. Jedoch passte dazu so gar nicht das weiße Samtsofa auf dem wir alle saßen.
„Gefällt es dir?", fragte mich auf einmal Maja von der Seite und ich wandte mich zu ihr.
„Es wirkt sehr prächtig aber auch beängstigend. Ich bin froh, dass du das alles mit Lucas bekommst. Dieses Leben und so", gab ich ehrlich zu, „Ich möchte keine 10 Hausmädchen und einen Butler."
Maja grinste breit:„Du hast Recht für so ein Leben bin ich besser geeignet. Ich bin froh mit Lucas diese Chance zu haben."
Sie hatte Recht. Sie war schon immer mehr der Typ dafür gewesen, mit Lucas in einem großen Schloss zu wohnen...
Ich liebte Schlösser auch, aber eher als Familiensitz und nicht als Pärchenwohnung.
„Hat dir Arvid auch das alles mit der Gemeinschaft erzählt?", erkundigte sie sich neugierig bei mir und ich nickte.
Wir redeten kurz über das Gesellschaftssystem und ich merkte, dass Maja nichts gegen die Verbindung und die Strukturen von Kamit einzuwenden hatte und das schockierte mich sehr!

Streit anfangen konnte ich jetzt aber in einer Runde mit Lucas und Lucy auch nicht.
Also schwieg ich innerlich brodelnd während Maja eine "tolle" Sache nach der anderen erzählte: "Weißt du wir bekommen tolle neue Jobs und so unglaublich viele kostenlose Gagdets! Außerdem sind unsere Kinder in jedem Alter wunderbar betreut und sie bekommen von Anfang an Kindemädchen! Das Haus der Gemeinschaft ist auch Wahnsinn! Lucas hat mir alles gezeigt! Und nach meinem Antrag werden wir so eine tolle Verbindung haben! Mit Musik und allen lieben Menschen! Wahnsinn oder?!" Sie sah aus wie der "WOW"-Emoji. Ich eher wie ein beleidigter und Nele, sehr sichtbar für alle, wie ein zorniger. 
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😮 <- Maja
😒 <- Ich 
😤 <- Nele
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Sie verdrückte sich einen Kommentar und lenkte das Gespräch auf unsere Kleider für die morgendliche Feier: „Was zieht ihr an Mädels? Die Männer haben ja ihre heißen Anzüge aber wir müssen morgen ja fantastisch aussehen." 
Ich zuckte mit den Schultern:„Maja und ich wollten shoppen gehen. Arvid gibt mir sicher seine Kreditkarte, also kann ich richtig schön eskalieren."
Maja grinste breit: „Yes bisschen die alten Zeiten aufleben lassen."
Nele wollte natürlich unbedingt mitkommen und wir verabredeten uns für morgen. Sie war schon lange nicht mehr shoppen gewesen.
Ludwig drückte Nele fest an sich und ich blickte zu Arvid hinüber der mit seiner Mutter ein übertrieben höfliches Gespräch führte.
Lucas hatte den Arm um Maja gelegt und blickte finster zu mir herüber.
Er zeigte so offen wie sehr er mich jetzt hasste. Ich hatte ihn verletzt, wie er mich.

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6 Jahre #Justme1