#Adventskaldender #6.Türchen #Kapitel24





Bevor wir zurück in die freie Gemeinschaft konnten mussten wir zu einem befreundeten Arzt von Kamit. Wir waren jetzt ja offiziell als zukünftige Auserwählte in der großen Gemeinschaft gemeldet und unser aktueller Status musste mit einem Bluttest bestätigt werden. Ich hasste Blutabnahmen aber wenn dies der Preis war von Kamit in Ruhe gelassen zu werden zahlte ich ihn gerne.

Der Termin selbst war nicht wirklich aufregend und da wir das Ergebnis erst in mehreren Tagen über eine Mail erfahren würden machten wir uns nicht weiter Gedanken darüber.

Die Fahrt verging relativ schnell und um 22 Uhr waren wir wieder auf der Fähre Richtung Dänemark. 
Capian und sein Freund Matthias, der Arzt, umarmten uns glücklich. Sie waren froh uns wohlbehalten zurück zu haben.
„Dachten schon, dass euch Kamit gleich kalt macht", witzelte Capian und Arvid lachte: „Ne die ist viel zu neugierig auf unsere Verbindung." 
„Ha warum das", staunte Matthias und gemeinsam liefen wir durch die Zeltdorf zum Essen.
„Sie meinen irgendwie, dass es etwas sehr sehr besonders werden kann. Ich bin ja eigentlich auch zu einem großen Teil menschlich und es ist was komplett krasses", seufzte mein Freund und kratzte sich nervös am Kopf. Er blieb stehen und wir anderen drei sahen ihn nachdenklich an. Wir standen auf einem kleinen runden Platz der komplett von Zelten umschlossen war. Um uns herum spielten Kinder, wir waren mitten zwischen ihnen. Es war eine Art Treffpunkt für die dort lebenden Familien. Ich war sehr verwirrt, davon hatte mir mein Freund noch nicht erzählt. Angespannt durchbrach ich die Stille:„Hä davon hast du noch nichts gesagt. Was erwarten die scheiß Kamit und deine Mutter denn von uns?"
Arvid seufzte: „Egal Medina. Komm lass uns zum Essen gehen. Ich bespreche das schon noch in Ruhe mit dir. Alleine."
Das machte mich wütend. Ich weiß. Übertrieben. Aber ganz ehrlich ich hatte in den letzten Monaten so viel mit Kamit und meinem scheiß vorbestimmten Leben mit Lucas durchgemacht. Jetzt dachte ich mit Arvid könnte ich endlich ohne ihre beschissenen Hintergedanken und Geheimplänen leben. Aber NEIN auch da, bei uns, bei mir und Arvid fand sie etwas TOLLES und SPANNENDES und NÜTZLICHES! Ach so eine SCHEISSE. 
Arvid und seine Freunde sahen meine Wut, meinen Zorn und Arvid berührte sanft meine Schulter, doch ich schon seine Hand weg.
„Sag schon! Was findet sie jetzt an uns so interessant! Was ist ihr scheiß Plan diesmal! Nachdem Lucas mich mit ihrem WISSEN umbringen wollte!", brüllte ich fast und die Kinder um uns herum blieben verdattert stehen. 
Verzweifelt versuchte Arvid mich in einen Seitengang zu ziehen, doch schon wieder wehrte ich seinen Griff ab.
„Medina bitte lass uns das alleine klären."
„Warum alleine?", keifte ich, „Unser scheiß Leben wird doch eh von allen außer uns bestimmt! Von Genen, von Kamit und Lucas, von Lucy, von denen hier in den Zelten! Ist doch scheiß egal! Sag schon! Was bestimmt diesmal unsere Zukunft?!" 
Arvid blickte peinlich berührt auf den Boden und Matthias schaute auffällig unauffällig das Muster eines Zeltes an.
„Sag nicht der Arzt weiß es auch schon!"
Arvid seufzte: „Medina es ist privat aber für den Arzt der unsere Verbindung überwacht auch relevant."
Zornig ballte ich meine Fäuste und diesmal ließ ich zu, dass er mich fest hielt.
„Gut okay", seufzte er, „Sie wollen unser ungeborenes Baby. Sie denken das wird etwas ganz besonderes. Genauso, wie wir beide etwas besonderes sind. Kamit denkt irgendwie wir könnten eine Daya bekommen. Es wäre für dich sehr gefährlich Medina." 
Tatsächlich sah er wirklich besorgt aus und strich sanft über meine Wange. 
Matthias stimmte ihm zu: „Kamit hat mich auch eingeweiht. Es war nicht Arvid Medina. Sie möchte, dass ihr hier medizinisch versorgt seid für die Verbindung und irgendwann für ein Kind."
Überfordert war ich. Ja wirklich! Ich war gerade 18, sollte für immer mit dem Mann zusammen sein den ich liebte und jetzt wird schon von einem Baby geredet! Das mich töten könnte!
Gerade war ich von einer Familienfeier wieder hier her gekommen, einer Feier wo mich alle noch als Lucas Freundin kannten! Was war das für ein Leben? Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich fand keine Worte für das alles!
„Baby es wird alles gut für uns", flüsterte Arvid und wischte meine Tränen weg. 
Schluchzend schüttelte ich den Kopf: „Das denke ich immer aber irgendwie..."
„Komm jetzt denk nicht an Kinder. Erst Abschlussball, Verbindung, Hochzeit,...das dürft ihr alles entscheiden", mischte sich Capian aufmunternd ein. Ein kleines Lächeln schlich sich, beim Gedanken an mein Ballkleid,  in mein Gesicht. Auch mein Hochzeitskleid hatte ich schon im Kopf und ich konnte mir gar nicht ausmalen wie umwerfend es sein würde mit Arvid so in Verbindung zu stehen. 
„Ja schau Hübsche. Jetzt lachst du schon wieder", grinste Arvid und seine sorglose Art baute mich wieder auf. Außerdem hatte ich riesen Hunger 😉





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