Kapitel vierzehn
„Maja das Kleid sieht fantastisch aus. Nimm das unbedingt", bewunderte ich ehrlich meine Freundin die sich in einem goldenen Kleid vor dem Spiegel drehte. Wir waren auf der Suche nach dem perfekten Abschlussballkleid aber auch nach dem perfekten Verlobungskleid, doch das zweite wusste sie natürlich noch nicht.
Ich war jetzt schon fast einen Monat mit ihr zusammen und Maja war wirklich unkompliziert. Viel offener als Medina und mehr an Luxus und Gebräuche gewöhnt.
Wir machten an diesem Wochenende einen Trip nach Wien in die Luxusmeile.
„Zwei Kleider darf ich mir aussuchen?", hakte sie nochmal nach und ich nickte.
Nachdenklich drehte sie sich zu der Kleiderstange mit ihren Favoriten um.
Während sie noch einmal in der Umkleide verschwand schaute ich auf mein Handy und eine Nachricht von meiner Mutter ploppte auf.
Medina ist mit Arvid in der natürlichen Gemeinschaft angekommen. Sie haben die Vergiftung bemerkt aber können aktuell nichts machen.
Aha woher weißt du das?
Arvid hat mir gestern Abend wütend geschrieben und ich meinte ich habe damit nichts zu tun. Was ja auch stimmt.
Bist du wegen der Sache sauer auf mich?
Ich verstehe es nur nicht. Du hast doch jetzt Maja. Wieso gönnst du deinem Bruder nicht auch eine Freundin?
...Weil es meine Auserwählte war und er eine Straftat begannen hat...
Aber es ist auch seine Auserwählte und er ist auch ein Teil unserer Familie.
Er ist ein Mensch.
Aber halb Daya
Trotzdem!
Ach Lucas
Was! Es war mein Mädchen! Seit sie 13 war! Mein Mädchen!
Du kannst sie nicht zwingen und du hast jetzt eine Frau die dich liebt ♥️ Gib Medina eine Chance mit Arvid und Maja eine mit dir. Und kommt zu meiner Party! Mit Arvid und Medina!
Ach Mama 🙄
Komm schon. Wie lange willst du sie dort liegen lassen? Sie ist glücklich mit ihm und er mit ihr. Wir haben ihm schon Nele genommen.
Und wie wird sich Maja fühlen wenn sie erfährt, dass du nicht nur ihren Ex Freund getötet, sondern auch noch eine Freundin verletzt hast.
Okay ich helfe Medina.
Gut 👍 Und komm bitte am Wochenende mit Maja zu mir wir feiern meinen Geburtstag mit Kaffee und Kuchen. Mit Arvid und Medina!
Okay bis dann
😘 Juhu
Maja und ich gingen zurück in das Hotel und als sie hörte, dass sie meine Mutter kennenlernen würde freute sie sich sehr.
„Oh ich freue mich schon auf deine Familie. Deine Mutter ist sicher super lieb. Medina war ja auch immer sehr gerne bei dir Zuhause. Werden dein Bruder und sie auch kommen?"
Bei Medinas Namen zuckte ich leicht zusammen und mein Herz wurde schwer. Ich antwortete kurz und knapp: „Nein leider nicht. Sie ist noch mit Arvid unterwegs in Europa."
„Oh schade. Aber das ist doch sicher nicht so weit für ein Wochenende...und wenn ihr sie fragt. Zum Geburtstag der Mutter und auf eine Familienfeier kommen sie doch sicher gerne", hakte Maja enttäuscht nach, „Dann würde ich schon jemanden außer dir kennen."
Ich schaute mit schlechtem Gewissen auf den Boden. Ich musste ihr die Wahrheit sagen, sie sollte ihr Leben mit mir verbringen.
„Ich habe einen riesen Fehler gemacht und ihr so weh getan, dass sie mich nicht sehen kann und will." Tränen stiegen mir in die Augen und ich konnte sie nicht zurück halten. Es tat weh an alle meine Taten zu denken. Im Chat meiner Mutter war ich wütend und abweisend gewesen doch hier im Gespräch war ich so verletzlich.
„Schatz was hast du getan? Mit mir kannst du doch über alles reden. Ich liebe dich. Du sagst doch immer wir sind füreinander bestimmt", flüsterte sie und nahm vorsichtig meine Hände von meinen Augen. Ich blickte tief in ihre blauen Augen. Es gab mir Sicherheit.
„Ich habe ihr schon oft sehr weh getan obwohl wir uns sehr geliebt haben", seufzte ich und natürlich fragte Maja was ich getan hätte.
„Ich habe sie immer wieder zurück gewiesen obwohl ich sie geliebt habe. Dann habe ich sie absichtlich mit dir hintergangen und bin einfach von ihr weg gegangen", seufzte ich und Maja setzte sich mit mir auf eine Bank.
„Wieso hast du sie zurück gewiesen?"
„Ich liebte sie zwar aber habe mich mit ihr so eingeschlossen gefühlt. Ich wollte weg und frei sein. Mit dir und bei dem Job zu dem ich musste", erklärte ich und Maja drückte liebevoll meine Hand.
„Aber das wird sie dir schon verziehen haben Schatz. Ohne das alles hätte sie Arvid nicht getroffen und wir wären nie zusammen gekommen."
„Ja aber ich konnte das lange nicht akzeptieren und habe sehr wütend auf das alles reagiert. Die beiden bedroht und hatte mit Arvid sogar eine Schlägerei wo er sich verletzt hat. Hab mich auf Marcus Party so sehr mit ihm zerstritten. Erst seit ich dich habe bin ich ruhiger Schatz. Davor war ich so zerfressen von Hass. Ich wollte Arvid umbringen dafür, dass er mir Medina genommen hat." Traurig sah ich sie an und mein schlechtes gewissen wurde nur noch größer. Das mit Marcus Tod konnte ich ihr nicht erzählen.
„Und was ist mit Medina jetzt. Redet ihr nicht miteinander weil Arvid nicht mit dir redet?"
„Ich habe sie vor ein paar Tagen kurz gesehen. Bevor wir in den Urlaub sind, wenn ich ehrlich bin. Ich habe ihnen von uns erzählt und für mich mit Medina abgeschlossen. Aber Medina ist von allem was sie dieses Jahr erlebt hat noch so geschwächt, dass sie jetzt erst Mal Ruhe mit Arvid braucht." Von dem Gift erzählte ich jetzt Mal besser nichts...
Maja akzeptierte es jetzt und wir gingen weiter zu dem Hotel.
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