Kapitel dreißig

 


Ich hatte nicht viele Erinnerungen aus meiner Kindheit in denen mein Vater präsent war. Meist war dort immer Lucas mein Vaterersatz gewesen. Meine Eltern hatten sich schon getrennt als ich „drei Jahre alt war.

Erst als ich 12 war hatte er wieder Kontakt aufgenommen und ich hatte ihn im Iran besucht. Es war nie so geworden wie bei anderen Familien aber wir verstanden uns gut, eher wie Freunde als wie Vater und Sohn. Immer wenn ich Abstand von den Dayas brauchte konnte ich bei ihm leben, also fast immer. Er sah mir sehr ähnlich. Hoch gewachsen, kurze schwarze Haare, gestutzter Bart, große braune Augen und muskulös. Sehr gut aussehend für seine 45 Jahre. 

„Junge ich bin so stolz auf dich! Medina du bist eine wunderschöne Braut", lobte er mich und schmeichelte Medina in seinem angenehmen Akzent.„Danke", freute sie sich und sie schüttelten sich lächelnd die Hände. 
Medina erkundigte sich dann höflich: „Worüber redet ihr gerade?"
Mutter winkte lächelnd ab: „Ach nur über dies oder das. Hauptsächlich natürlich über eure tolle Hochzeit."
„Das freut uns",meinte ich ebenso reserviert.
„Kommt ihr im Winter zu mir? Das würde mich sehr freuen", lud er uns ein und wir nickten beide.
„Klar gerne Baba!"
Er freute sich sehr und nach einer kleinen Plauderei verabschiedeten sie sich um eng aneinander geschmiegt zu tanzten.
Vielleicht lief ja wieder was zwischen den beiden 😉 Lucy konnte ich nicht leiden aber für Baba hätte ich mich gefreut.

„Warum kann ich mich an Lucas erinnern und an Marcus?", schoss mir Medinas Gedankengang ins Gehirn und ich blickte sie erschrocken an, sie lächelte traurig.
„Du bist voll gut in Gedankenübertragung", sendete ich meine Gedanken zurück und drückte fest ihre Hand, sie kuschelte sich an mich. Wir standen am Rand der Tanzfläche und wiegten uns langsam hin und her.
„Aber wegen deiner Frage. Ich denke es liegt einfach daran, dass wir zwar verbunden sind aber ich keine Daya bin. Ich erinnere mich auch an alle Momente mit Nele. Findest du es schlimm, dass du nicht voll und ganz mir gehörst? Du kannst ja sogar steuern was ich von deinen Gedanken mitbekomme." Diese Unterhaltung in Gedanken war eine gute Möglichkeit über solche intimen Themen zu reden. Sanft strich Medina über den Rücken.
Es blieb lange ruhig in meinem Kopf und ich schaute meiner wunderschönen Frau tief in die Augen.
„Ich wollte alles schlechte von Marcus und Lucas vergessen. Ich wollte den Mord vergessen...aber andererseits ist doch alles in der Vergangenheit wichtig um so zu sein, wie ich jetzt bin." 
„Genau", antwortete ich leise flüsternd auf ihre Gedanken. Unsere Lippen kamen uns ganz nahe und tief raunte ich:„So wie du jetzt bist, bist du perfekt meine Königin. Ich liebe dich." 
Sie zog mich fest an dich und küsste mich so eindringlich wie noch niemals zuvor. 
Ich presste mich an sie und hielt sich an meinen Haaren fest, während sie mich immer weiter küsste. Für einen kurzen Moment vergaß ich alles um uns herum, doch dann als meine Hand an ihren Po wanderte schob ich sie sanft weg.
„Du musst dich noch kurz gedulden. Gleich können wir in unser Zelt", schickte ich ihr meine Fantasie und sie zwinkerte mir zu.

Nachdem wir um Mitternacht alle gemeinsam die Torte gegessen hatten, Lucy und Baba waren dort schon lange spurlos verschwunden, trug mich Medina lachend und angetrunken hinunter an den Strand. 
Die Gäste jubelten als wir laut lachend in die kühlen Fluten sprangen und uns unter tosenden Applaus küssten.
Eva und Nele rannten neben uns den Strand hinunter und spritzten uns noch zusätzlich nass! Es war der schönste Moment der gesamten Hochzeit mit Medina im Meer zu stehen und das glitzernde Wasser in ihrem Haar zu bewundern.
Vollkommen durchnässt verabschiedeten wir uns von der Hochzeitsgesellschaft und drückten Eva und Nele noch einmal zu Abschied.

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6 Jahre #Justme1