Kapitel acht

Ich knüllte den Brief und drückte ihn an mein Herz. Es tat so unglaublich weh. Als würde es mich zerreißen. Die Tränen rannen wieder über mein Gesicht und als ich den Brief gelesen hatte, hatte ich wieder Marcus Stimme in meinem Kopf. Es war so als wäre er hier gewesen.

Mit zitternden Fingern zog ich mein Handy aus der Tasche und öffnete die letzte Sprachnachricht von ihm: „Hi Medina. Schön, dass ihr kommen könnt. 20 Uhr geht es los und geil, dass ihr übernachtet!"
Jetzt fiel mir ein, dass an dem Abend eigentlich noch eine richtig...spannende Übernachtung angestanden hätte. Trotz der Tränen musste ich grinsen. 
Ich scrollte im Chat weiter nach oben und hörte mir eine der Nachrichten an, welche warscheinlich in der gleichen Nacht wie der Brief entstanden waren: „Hi Medi, wie geht es dir? Wie fandest du unser Date gestern? Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und hoffe wir wiederholen das Mal. Jetzt...ja irgendwie vermisse ich dich bei mir. Du bist so..." Ich drückte auf Pause. Ich konnte das nicht hören. Ich spürte die Energie die zwischen uns gewesen war. Den Wunsch ihn wieder nahe bei mir zu haben doch das alles ging nicht. Ich konnte diesen Schmerz einfach nicht mehr ertragen. Ich wollte nur noch Arvid in meinem Herz.
Das würde mir diese schmerzhaften Erinnerungen nehmen.

Als ich wieder bei Arvid in der Höhle war blickte er mich beunruhigt an, doch bevor er etwas sagen konnte meinte ich: „Arvid. Ich möchte die Verbindung."
Ich küsste ihn eindringlich und wärendessen liefen immer mehr und mehr Tränen bis ich schluchzend seine Hose öffnen wollte. Er schob bestimmt meine Hand weg und hob mich hoch. Liebevoll legte er mich auf die Matratze und legte seinen Kopf auf meine Brust.
„Bevor wir das jetzt tun möchte ich erst wissen was los ist. Warum weinst du?"
Ich erzählte ihm von dem Brief, meinem Gefühlschaos und meiner Trauer über Marcus Tod.
Er runzelte die Stirn und setzte sich auf.

„Medina du musst Marcus nicht vergessen um mit mir glücklich sein zu können. Du brauchst einfach Zeit. Du musst dich auch nicht verstecken oder fröhlich tun. Es ist ganz normal, dass man so fühlt wenn ein geliebter Mensch stirbt und es ist völlig normal, dass man seinen Ex noch liebt. Ich habe auch noch Gefühle für Nele aber dich liebe ich mehr. Weißt du? Wenn Nele jetzt sterben würde, wäre ich genauso fertig wie du."
Ich schaute ihn überrascht an. Er war gar nicht eifersüchtig oder misstrauisch.
„Aber weißt du. Ich wollte dich eigentlich damit überraschen. Wir gehen als nächstes zu einer alten Daya Gemeinschaft und fragen wie sie zu unserer Beziehung stehen. Vielleicht können wir dort bleiben und auch irgendwann die Verbindung eingehen."
Er lächelte mich liebevoll an und küsste mich langsam. 
„Das ist eine tolle Idee. Vielleicht dürfen wir ja dort bleiben", freute ich mich und endlich konnte ich wieder Lächeln.
„Jetzt aber komm erst Mal her", raunte er und lehnte sich über mich. 
„Mit Vergnügen", grinste ich und zog ihm langsam das Shirt aus. Draußen begann es zu regnen und ich spürte die kühle Nachtluft auf mir. Doch kalt war mir sicher nicht.


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6 Jahre #Justme1