Kapitel fünf

Ich holte Maja von ihrem Internat ab und schon als sie auf mich zu lief sah ich einen Unterschied. Sie war schöner geworden und sah viel weiblicher aus. Ihr Modestil hatte sich komplett gewandelt. Statt den übertrieben hohen Schuhen trug sie nun flache Ballerinas und statt dem eng anliegenden Lederoutfit ein luftiges Sommerkleid. Sie raubte mir wirklich dem Atem, was sonst nur Medina konnte. Ihre offenen blonden Locken hüpften fröhlich um ihr natürlich geschminktes Gesicht. 

„Hallo Lucas", freute sie sich und fiel mir um den Hals.
„Hi Maja. Wow...du schaust fantastisch aus", rutschte mir heraus und ich drückte sie kurz. 
Sie lächelte mich glücklich an, doch ich erkannte auch etwas trauriges in ihrem Blick.
„Danke war auch mein Plan", lachte sie und nahm meine Hand, „Komn gehen wir."

Wir liefen Hand in Hand den Berg hinunter und in die Stadt und es fühlte sich gut an. 
„Ich hab mich erst nicht bei dir melden wollen", meinte sie plötzlich und blieb stehen, „Hatte Angst du erinnerst mich zu sehr an Marcus."
Mein Magen begann sich bei seinem Namen schmerzhaft zusammenzuziehen. Ich räusperte mich und fragte: „Warum jetzt doch?"
Sie rutschte ein Stück näher und blickte auf ihre Schuhe: „Weil wir bei dem ewigen Streit wer wen liebt übrig sind und ich einen schönen Abend möchte...." Sie sah dabei so unendlich süß aus. Da blickte sie auch noch von unten zu mir hinauf. Ich musste kurz weg sehen. 
„Welchen Streit meinst du?" Ich sah ihr fast nervös in die Augen und sie grinste frech.
„Wer Medina, Marcus und dich bekommt", gab sie zurück und fasste an meinem Unterarm. Es kribbelte. Was war das? Fand ich sie so anziehend?
„Ach okay und der ist jetzt beendet?", hakte ich nach und umfasste wie automatisch ihre Hüften.
„Hm ja ich denke Medina wird diesen Arvid nicht mehr her geben und Marcus", sie blickte kurz weg, „...kommt ja nicht wieder."
Stimmt wir zwei waren die einzigen die von unserer alten Clique übrig waren. Außer Eva und Nick, die allerdings auch ja...nicht mehr zusammen waren.

Maja zog mich weiter und schließlich kamen wir auf einem kleinen Stadtfest an und schlenderten durch die kleinen Stände. Endlich fühlte ich mich wieder frei und ohne Druck. Keine Medina, keine Gemeinschaft und vor allem nicht meine Mutter.
Wir setzten uns auf eine Bank und sahen auf den dunklen Fluss. Nie hatte ich alleine so viel Zeit mit Maja verbracht und es war wirklich schön. Sie erzählte viel von ihrer Familie aber auch von ihrer Traumuniversität. Ich hätte nie gedacht, dass ein Mädchen wie Maja auf ein so renommiertes College gehen würde...
„Du bist anders als ich dachte", dachte ich laut und Maja grinste.
„Ich bin anders als viele denken", seufzte sie und rutschte näher an mich heran. Ich wollte sie unbedingt küssen und das befreite mich so ungemein von dem Druck mit Medina verbunden zu sein. Ich hatte seit Jahren den Stress mit Medina zusammenzukommen. Denn sie wäre ja meine Bestimmung, doch jetzt könnte sie auch die meines Bruders sein...
Das machte mich etwas freier und eventuell könnte ja die Verbindung von Medina und Arvid auch interessant für die Gemeinschaft sein oder?
Ich beugte mich zu Maja und küsste sie ganz sanft auf den Mund. Sie starrte mich erst mit großen Augen an, doch dann erwiederte sie ihn. Es war ein kribbelndes warmes Gefühl und ich verlor mich komplett in ihrer Nähe.



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6 Jahre #Justme1